Du suchst ein Tonabnehmer System, das beim Scratchen nicht aus der Rille springt und trotzdem fett klingt. Genau das habe ich mit dem Ortofon Concorde Scratch MKII getestet. Auf mehreren Club Gigs und im Homestudio hat es mich mit stabiler Spurtreue und richtig kräftigem Output überrascht. Ich habe gemerkt, dass selbst alte, leicht abgenutzte Vinyls sauber laufen, ohne ständig nachzujustieren. In diesem Test zeige ich dir, wie sich das System im Alltag schlägt, welche Einstellungen wirklich zählen und ob sich der Aufpreis gegenüber Einstiegsnadeln lohnt. Kurz gesagt, es geht um Praxistipps, ehrliche Eindrücke und klare Kaufempfehlungen, damit du schnell entscheiden kannst, ob es in dein Setup passt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Sehr hohe Ausgangsspannung von 10 mV für durchsetzungsfähigen Sound.
- Empfohlene Auflagekraft 4 g für maximale Spurtreue beim Scratchen.
- Sphärischer Schliff schont die Rille bei Back Cueing und schnellen Cuts.
- Funktioniert zuverlässig mit DVS und Timecode Vinyl wie Serato.
- Preislich fair ab ca. €49 für die Ersatznadel, etwa €130 bis €160 für das System.
Vorteile des Systems
✅ 10 mV Output sorgt für starken Pegel und weniger Gain am Mixer.
✅ Stabil beim Back Cueing, selbst auf vibrierenden Bühnen.
✅ Sphärische Nadel reduziert Groove Wear beim Scratchen.
✅ Spurtreu auch auf älteren oder schlechter gepressten Platten.
✅ Einfache Montage ohne Headshell, schnell einsatzbereit.
Nachteile
❌ Höhen nicht ganz so filigran wie bei Club fokussierten Systemen.
❌ Braucht korrekt eingestellten Nadeldruck, sonst verschenkt man Performance.
Ausführlicher Test
Aufbau und Montage
Die Concorde Bauform spart Zeit. Aufstecken, ausrichten, fertig. Kein Headshell, keine Schrauben. In meinem Test war ich buchstäblich in zwei Minuten spielbereit. Falls du dir bei der Grundeinstellung unsicher bist, hilft dir dieser Guide zum Nadeldruck weiter: Nadeldruck einstellen.
Klang und Ausgangsspannung
Der 10 mV Output liefert Punch, besonders in den Bässen. Kicks und 808s stehen stabil im Mix, ohne dass ich den Gain hochziehen musste. Meiner Meinung nach ideal für laute Booths, in denen du Headroom brauchst. Für die Feinanpassung des Antiskating lohnt dieser Artikel: Antiskating verstehen.
Tracking und Scratch Performance
Mit 4 g Auflagekraft blieb die Nadel im Test auch bei schnellen Chirps, Flares und Backspins sicher in der Spur. Ich habe gemerkt, dass selbst leicht wellige Platten gut spielbar bleiben. Für Back Cueing Grundlagen schau mal hier: Was ist Back Cueing. Mit Serato Timecode lief alles stabil, Timecode Dropouts hatte ich keine.
Langlebigkeit und Pflege
Die Nadel lässt sich schnell reinigen, und Ersatz gibt es ab ca. €49. Regelmäßig entstauben und nach Sessions kurz checken, dann bleibt die Performance konstant. Ein kurzer Einspiel Zeitraum von ein paar Stunden hat den Klang bei mir minimal geöffnet.
Setup Tipps
- Auflagekraft exakt 4 g einstellen und Antiskating für Scratch tendenziell niedrig.
- Slipmat und saubere Platten verringern Sprünge beim Cutten.
- Gain am Mixer moderat, der hohe Output liefert genug Reserve.
Endurteil
Das Ortofon Concorde Scratch MKII ist für Turntablists eine sichere Bank. Der hohe Output, die stabile Spurtreue und der robuste sphärische Schliff überzeugen im Club und im Homestudio. Wenn du verlässliche Performance beim Scratchen willst und auf maximale Kontrolle setzt, liegst du hier richtig. Für audiophile Höhenauflösung gibt es Alternativen, doch fürs DJing ist dies mein pragmatischer Favorit.
| Für wen | Warum | Kurzfazit |
|---|---|---|
| Turntablists und Battle DJs | 10 mV Output und 4 g Tracking für sichere Cuts | Maximale Kontrolle beim Scratchen |
| Club und DVS Nutzer | Zuverlässig mit Timecode Vinyl | Stabil und bühnentauglich |
| Alltags DJ | Einfaches Handling, fairer Preis | Schnell montiert, sofort startklar |
Häufige Fragen zum Ortofon Concorde Scratch MKII
Ist das Concorde Scratch MKII nur fürs Scratchen geeignet?
Nein, es ist zwar für Scratch und Back Cueing optimiert, spielt aber auch reguläre DJ Sets souverän. Der Klang ist bassstark mit präsenten, nicht überbetonten Höhen. Für rein hörfokussierte Club Systeme gibt es detailreichere Alternativen, doch als Allrounder im DJ Alltag macht es einen sehr zuverlässigen Job.
Welche Auflagekraft empfehlst du für bestes Tracking?
Ich empfehle die herstellerseitigen 4 g. In meinem Test war das die sweet spot Einstellung für stabile Cuts und minimales Springen. Antiskating setze ich beim Scratchen niedrig, teils nahe null. Achte außerdem auf eine waagerechte Aufstellung des Turntables und eine saubere Slipmat für optimale Ergebnisse.
Wie schlägt sich das System mit DVS wie Serato oder Traktor?
Sehr gut. Der hohe Output von 10 mV sorgt für ein starkes Timecode Signal und damit weniger Dropouts. Mit Serato Control Vinyl hatte ich im Club keine Tracking Probleme. Wichtig sind korrekter Nadeldruck, saubere Platten und solide Cinch Verbindungen, damit das DVS Signal konstant bleibt.
Greift der sphärische Schliff die Platte stärker an als andere Schliffe?
Beim Scratchen ist der sphärische Schliff sogar vorteilhaft, weil er die Rille bei Back Cueing weniger punktuell belastet. Nach meiner Erfahrung ist die Rillenabnutzung gering, wenn Auflagekraft, Antiskating und Sauberkeit stimmen. Für audiophiles Hören liefern elliptische oder line contact Schliffe mehr Detail, sind aber weniger scratch freundlich.
Was kostet Ersatz und wie oft sollte ich die Nadel wechseln?
Die Ersatznadel liegt meist ab etwa €49. Der Wechsel hängt von Nutzungsintensität und Pflege ab. Bei häufigem Scratchen plane ich grob 300 bis 500 Stunden ein. Reinige die Nadel regelmäßig und lagere Platten staubfrei, dann bleibt die Performance länger konstant und Sprünge werden seltener.
